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22. Juni: Gedenken an den Vernichtungskrieg gegen die UdSSR

Nicht zum ersten Mal veröffentlichen wir hier mit seiner freundlichen Genehmigung einen Beitrag von Joachim Guilliard. Er passt exaktt zu dem Themenfeld unserer Bröschüre „Sowjetunion – Schuld am Weltkrieg?“. Hinter seine abschließende These, dass „die Mehrheit der Herrschenden hierzulande vermutlich nicht die Absicht hegt, einen Krieg gegen Russland zu führen“, wagen wir angesichts der auch von ihm hier dargestellten und offensichtlichen Kriegsvorbereitungen, ein Fragezeichen zu setzen. Klar festzustellen ist auf jeden Fall: „Der deutsche Imperialismus meldet sich wieder laut zu Wort – und zwar immer aggressiver.“ (Boschüre s. o., S. 134)

Joachim Guilliard hielt auf der Heidelberger Friedenskonferenz am 13 Juni 2026 zum 85. Jahrestag des deutschen Vernichtungskriegs gegen die Sowjetunion den einleitenden Redebeitrag
„Respektieren – Zuhören – Verstehen
Frieden in Europa: Abkehr vom Feindbild Russland – für eine neue Entspannungspolitik!

(hier auch als Videoaufzeichnung)

Die heutige Friedenskonferenz findet dieses Jahr wieder zum Gedenken an den Beginn des Vernichtungskrieges des faschistischen Deutschlands gegen die Sowjetunion statt, der vor 85 Jahre am 22. Juni 1941 begann. Sie knüpft unmittelbar an die letztjährige an, die unter dem Motto „Wider die Spaltung Europas – Wege vom Feindbild Russland zur friedlichen Koexistenz“ stand.

Die Konferenz findet schon heute statt, da der dazu eingeladene Generalkonsul der Russischen Föderation in Bonn, Oleg Krasnitskiy am kommenden Wochenende anderweitige Verpflichtungen hat. Wie die meisten wohl mitbekommen haben, hat die Leitung der Katholischen Stadtkirche Heidelberg ihm die Teilnahme per Hausverbot untersagt. Dies ist angesichts des Anlasses der Konferenz eine skandalöse geschichtsvergessene Respektlosigkeit. In einem Offenen Brief an die Leitung haben wir dagegen protestiert. Der Brief wurde in knapp zwei Tagen von über 50 darüber empörten Personen aus Heidelberg und Umgebung unterzeichnet.

Das Verbot seines Auftritts ist aber leider kein Einzelfall, sondern im heutigen politischen Klima geradezu Usus. Vertreter Russlands werden mittlerweile auch von zahlreichen offiziellen Gedenkfeiern ausgeschlossen. Indem gleichzeitig auch das Zeigen von Symbolen der Sowjetunion verboten wird, zeigt sich, dass mit der sog. „Zeitenwende“ auch der revanchistische Geist wieder offen aufgelebt ist.

Das hinter dem Hausverbot stehende virulente Feindbild unterstreicht die Wichtigkeit von Veranstaltungen, die diesem Aufklärung entgegensetzen und an unsere geschichtliche Verantwortung erinnern.

22. Juni 1941: geplanter Völkermord für Rohstoffe und „Lebensraum“

 Während der 22. Juni 1941 hier weitgehend ignoriert wird, ist er in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion unvergessen. Denn es gab wohl keine Familie, die keine Tote und Verschleppte in diesem völkermörderischen Krieg zu beklagen hatte. Es ist dringend nötig diesen Teil der deutschen Geschichte auch hier immer wieder in Erinnerung zu rufen. Denn der „Unternehmen Barbarossa“ getaufte Überfall wurde mit einer beispiellosen Brutalität geführt. Diese Brutalität folgte von vorneherein einer völlig rationalen Planung des Feldzugs, der jedoch gleichzeitig ideologisch und rassistisch aufgeheizt worden war, als Krieg gegen die Slawen, den Kommunismus und den sog. „jüdischen Bolschewismus“. Praktisch ging es aber um die Eroberung eines riesigen Kolonialreiches in Osteuropa bis zum Ural, als „neuer Lebensraum im Osten“, dessen rücksichtslose „Germanisierung“ und die Versklavung der zu „Untermenschen“ erklärten slawischen Völker.

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Sozialkahlschlag für Großmachtziele

Tobias Weißert hielt am 2. Mai 2026 folgendes Referat. Mit einem Rückblick auf die Entwicklung seit der „Neoliberalen Wende“ und ihren Auswirkungen ging er auf die aktuelle Lage und ihre Perspektiven ein.

„Als Donald Trump 2025 seine Initiative zu einem Friedensschluss zwischen Russland und der Ukraine startete ohne die Europäer einzubinden, erfasste die Politiker der sich als Großmächte verstehenden europäischen Staaten blankes Entsetzen. Sie taten alles in ihrer Macht Stehende, um einen Friedensschluss zu verhindern. Am 27.11. 2025 fasste das europäische Parlament im Anschluss an eine Brandrede von Ursula von der Leyen einen Beschluss über die Bedingungen eines Friedensvertrages. Darin wird bekräftigt:

  • Kein von Russland besetztes Territorium darf von der EU und ihren Mitgliedstaaten rechtlich als russisches Territorium anerkannt werden.
  • Keine Friedensverhandlungen ohne europäische Beteiligung.
  • Der Ukraine darf durch Friedensabkommen keine „Beschränkung im Hinblick auf die Möglichkeiten, ihre Souveränität, Unabhängigkeit und territoriale Unversehrtheit zu verteidigen, auferlegt werden“…
  • Die Ukraine muss ihre Bündnisse (militärischer und wirtschaftlicher Natur) frei von jeglichem Veto Russlands wählen dürfen.
  • Russland muss in einem Friedensabkommen verpflichtet werden, „die Ukraine für alle materiellen und immateriellen Schäden, die es verursacht hat, in vollem Umfang zu entschädigen“. Dazu werden die eingefrorenen Vermögenswerte Russlands den Grundstock bilden.

Damit macht sich das Europäische Parlament im Wesentlichen die Kriegsziele Deutschlands zu eigen. …“

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