Wir meinen es ernst

Vonwebmaster

Wir meinen es ernst

Kritik und Selbstkritik zur neuen Broschüre „Die Schockstrategie geht weiter“

Wir haben in unseren Broschüren um freundliche Kritik gebeten, sollten uns bei unseren Ausführungen und Hinweisen Fehler unterlaufen sein. Wir meinen es ernst.

So erreichte uns kurz nach Veröffentlichung unserer neuen Broschüre „Die Schockstrategie geht weiter“ eine kritische Zuschrift: „Mir fiel ein Absatz auf S. 24 auf, in dem Ihr schreibt, dass ‚für stationär behandelte Covid-19-Patienten … seit dem 1. Oktober 2020 bis zum Ende der Pandemie pro Tag 100 Euro bezahlt statt 50 Euro wie zuvor.‘ … Das ist aber falsch so. Fakt ist: Es gibt eine Mehrkostenpauschale, die dem Ausgleich von coronabedingten Mehrkosten dient und auch sinnvoll ist. Die gibt es aber nicht pro Tag und nicht pro Totem, sondern pro Aufnahme eines Patienten. Die war am Anfang 50 Euro, danach 100 Euro (und 50 Euro für jeden anderen Patienten) und jetzt muss sie individuell mit den Kassen pro Haus ausgehandelt werden.

Wir danken aufrichtig für diese Kritik. Sie ist absolut richtig. Die 100-Euro-Mehrkostenpauschale pro Patient halten auch wir für sinnvoll. Sie beträgt ab 1.1.2021 80 Euro. Wir sind hier in unserer Kritik an Behauptungen, die die Lockdown-Politik rechtfertigen sollen, wohl selbst einer Falschmel­dung aufge­ses­sen und bitten um Entschuldigung, in diesem Fall nicht genau recherchiert zu haben.
Der entsprechende Abschnitt in der Broschüre S. 24 wird wie folgt geändert:

Wer gilt als Covid-19-Patient?

Covid-19-Patienten sind einerseits Patienten mit positivem PCR-Test unabhän­gig vom Schweregrad der Symp­tome (52) und andererseits sogenannte Covid-19-Verdachtsfälle, d. h. Personen mit klinischen Symptomen, die auf Covid-19 hin­deuten, ohne dass dies getestet wurde. Bereits „Kontaktanlässe“, d. h. nachge­wiesene Kon­takte zu einer positiv getesteten Person vor der Aufnahme im Kran­kenhaus, reichten aus. „Es ist je­doch un­glaub­lich schwierig, auf Anhieb zwi­schen einem grippalen Infekt und ei­ner Corona-Infektion zu unterschei­den. Am Ende kann nur ein Corona-Test Klar­heit schaffen“, sagt Chefarzt Dr. Thomas Vos­haar.(53) Ein positiver PCR-Test macht auch Krebspatienten zu Covid-19-Patienten. Eine Lungenentzündung (Pneumo­nie) reicht für einen Covid-19-Verdachtsfall aus, auch wenn sie durch andere Erreger ausgelöst worden sein könnte. Auf ITS liegende Patienten können also durch Tests, aber auch bei Verdacht zu Covid-19-Kranken werden. Die Zahl der Covid-19-Pati­enten auf Intensivstationen stieg nach dem 1.10. bis zum 3.1.2021 um das 16 fache.

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52 Susan Bonath https://www.rubikon.news/artikel/die-herbeigeredete-katastrophe
53 s. Fußnote 44


Eine weitere Änderung

rührt von einer weiteren Kritik:

Correctiv hat geprüft, ob 2020 wirklich 20 Kh geschlossen wurden, wie Ihr und auch die Initiative GiB schreibt. Es ist wohl etwas komplizierter. https://correctiv.org/faktencheck/2021/03/30/liste-mit-angeblich-im-jahr-2020-geschlossenen-krankenhaeusern-fuehrt-in-die-irre/
Und generell hat das auch einen alarmistischen Grundton, der der Sache nicht dient.
Bei Eurer Beschreibung der Intensivstationen und Eurer Unterstellung, dass Patienten unnötig nur aus Kostengründen als Covid-Patienten auf die Intensivstation kommen, geht es mir genauso.

Wir halten ‚CORRECT!V‘ – wie wir schon in der ersten Streitschrift zur Sache S. 94 geschrieben hatten – nicht für eine unabhängige Quelle, sondern im Gegenteil für eine, die dezidiert Interessen vertritt und haben dort ihre manipulative Art der Faktencheckerei exemplarisch beschrieben. Auch die Tatsache, dass ‚CORRECT!V‘ mit Arvato zusammenarbeitet (wohl sogar in Abhängigkeit davon), wo doch gerade die BMS eine treibende Kraft der KH-Schließung ist, zeigt die Interessenslage. So scheint uns ihr Check im Fall der KH-Schließungen ein besonders augenfälliges Beispiel für interessengeleites ‚Faktenchecken‘ zu sein. Wenn ein KH verlegt wird, so muss es auf jedem Fall an einem Standort geschlossen werden. Warum das nicht als Schließung gezählt werden dürfe, ist uns unklar. Ob am anderen Ort dann die gleiche Bettenzahl wieder aufgebaut, das müsste erst mal nachgewiesen werden. Die Unterscheidung in „selbständig“ und „Außenstelle“ scheint uns hier nicht relevant. Zudem halten wir es auch für weniger relevant, ob es nun 15, 17 oder 20 Schließungen sind. Der Skandal ist doch, dass überhaupt Schließungen stattfinden. Das aufzuzeigen, Alarmismus zu nennen, können wir bei dem Alarmismus, mit dem die Lockdown-Maßnahmen gerechtfertigt werden und den wir in der Broschüre ja gerade angreifen, nicht nachvollziehen.

Bestätigt sehen wir uns in unserer Einschätzung auch durch die ausführliche und sehr gründlich recherierte Antwort von GiB auf „CORRECT!V“

Im Übrigen sprechen auch die Macher der „ZeroCovid-Zeitung“ Nr. 2 in ihrer Rundmail vom 14.04.2021 von 20 KH-Schließungen.

Nichtdestweniger bedanken wir uns auch für diese Kritik, führte sie doch zu einer Überprüfung des Abschnitts zur Frage „Warum trotz hoher Todesfälle Schwerpunkt auf künstliche Beatmung?“

In der ersten Auflage war auf S. 26 noch zu lesen:
Die profitable Nutzung Zehntausender Tod bringender Geräte steht im Mittelpunkt, nicht der Schutz des Lebens. Allein die Existenz dieser teuren Geräte legt ihre Nutzung nahe, um Verluste zu vermeiden. Immer größer wird die Zahl der PatientInnen, die zu Hause künstlich beatmet werden. Im Jahre 2003 betraf das gerade einmal 500 PatientInnen. 15 Jahre später waren es etwa 40.000 Fälle, 80(!) mal mehr. Auch hier spielt die Vergütung von bis zu 30.000 Euro pro Fall und Monat eine große Rolle. Über 600 in diesem Bereich spezialisierte Pflegedienste sind seitdem entstanden. Wie viele Menschen nach unnötiger ambulanter Beatmung sterben, wird nicht erfasst. Es könnten weitere Tausende sein.

In der 2. aktualisierten Auflage haben wir hier einiges gestrichen. Stattdessen ist nun zu lesen:
Die profitable Nutzung Zehntausender Geräte steht im Mittel­punkt, nicht der Schutz des Lebens. Um Verluste zu vermeiden, legt allein die Existenz dieser teuren Geräte ihre Nutzung nahe, und bringe sie auch den Tod.“

Begründung: Die Annahme, dass die zitierten Zahlen aus dem referierten Artikel von Bernd Hontschik „Alle Menschen werden sterben„, FR 13.2.2021, sich auf die gleichen Beatmungsgeräte wie zur invasiven Beatmung auf Intensivstationen beziehen, war definitiv falsch. Die Geräte, die zu Hause eingesetzt werden, dienen in der Tat zur Verlängerung des Lebens. Todbringend ist allein eine falsche Anwendung invasiver Beatmung bzw. eine Anwendung bei falscher Indikation.

Wir bitten auch für diese falsche Annahme um Entschuldigung.